Geschichte
Evangelisch-Lutherische  Kirchengemeinde Basthorst


Home - Impressum - Suche


© 2017 Ev.-Luth. Kirchengemeinde, D-21493 Basthorst

St. Marien    für Basthorst, Dahmker, Möhnsen und Mühlenrade

Geschichte der St.-Marien-Kirchengemeinde in Basthorst

Dorf und Kirchspiel entstanden durch Rodung im Sachsenwald

Das Dorf Basthorst entstand im 13. Jahrhundert als Rodungsort im Sachsenwald und wird erstmals urkundlich 1278 erwähnt. Das Kirchspiel hingegen erscheint erstmals 1319 im „Taxus Ecclesiarium“ des Ratzeburger Bischofs, in dem die Einkünfte der Pfarrer und Vikare im Bistum aufgeführt werden. In dieser Quelle ist von einem „plebanus ecclesie basthorst“, also ein Leutepriester an der Kirche zu Basthorst, die Rede, woraus zu schließen ist, dass Basthorst spätestens zu diesem Zeitpunkt eine selbständige Pfarre war, zu der außerdem auch die Kapelle zu Möhnsen gehörte. Diese ist jedoch noch vor 1581 wieder eingegangen, denn sie wird im Visitationsbericht aus diesem Jahr nicht mehr genannt.

In der genannten Taxe wird außerdem ein interessantes Detail erwähnt, das auf eine Abspaltung des Kirchspiels Basthort von Kuddewörde schließen lässt. So musste die Pfarre Basthorst der Pfarre Kuddewörde jährlich einen Betrag von acht Mark entrichten, was angesichts der jährlichen Gesamteinnahmen Basthorsts von 13 ½ Mark ein sehr hoher Betrag ist und als Entschädigung Kuddewördes für die durch die Abtrennung Basthorts entgangenen Einnahmen erklärt werden kann. Auch der Umstand, dass sich das Gemeindegebiet von Basthorst wie ein Keil in die Parochie Kuddewörde hineinschiebt und das Kirchdorf vom Kapellenort Köthel trennt, spricht für eine Abtrennung von Kuddewörde.


Im Mittelalter Wallfahrtsort

Im Mittelalter bis zur Reformation war Basthorst ein Wallfahrtsort, in dem eine wundertätige Hostie „zum heiligen Leichnam“ verehrt wurde.

Von der überregionalen Bedeutung des Wallfahrtsortes Basthorst kündet auch die Entstehung von Jahrmärkten, die noch bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts hinein zweimal jährlich anlässlich der Wallfahrten am achten Tag nach Michaelis (29. September) und in der zweiten Woche nach Pfingsten abgehalten wurden.

Gebäude: ein Neubau aus dem 19. Jahrhundert

Altar zum Erntedank 1960

In der Mitte des 19. Jahrhunderts war die alte St.-Marien-Kirche so schadhaft geworden, dass sie abgerissen werden musste. So bemerkte Superintendent Brömel bei der Visitation, dass diese Kirche so baufällig aussähe, als ob sie beim leisesten Anstoß zusammenbrechen würde. Der Gemeindechronik zu Folge war sie ein Bau aus Feld- und Ziegelsteinen mit einem separaten hölzernen Glockenturm. In der Topographie von Schröder und Biernatzky von 1855 heißt es jedoch, dass die Kirche ohne Turm und Orgel war.


Nach Plänen des Baumeisters Carl Wilhelm August Lohmeyer wurde der jetzige Bau in den Jahren 1857 bis 1858 aus Feldsteinen im neugotischen Stil unter erheblichen Geldopfern des Patrons und Gutsherren Joseph Baron von Bruxelles und der vier zum Kirchspiel gehörenden Dörfer errichtet. Die einschiffige Saalkirche schließt mit einem kleinen 5/8-Chor ab. Im Westen erhebt sich auf einem Feldsteinsockel der achteckige, aus Ziegeln gemauerte Glockenturm.

Schwarzweiß-foto: Erntedank 1960.

Kirchenkreis-archiv, Sammlung Propst i. R. Dr. Augustin.

Text:
Dr. Claudia Tanck, Archivarin, Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg

Dieser Text ist ein Auszug aus dem im Dezember 2016 neu erschienenen Buch über den Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg einschließlich aller Kirchengemeinden: „Salz der Erde - Licht der Welt“ von Dr. Claudia Tanck (Text) und Manfred Maronde (Fotos), Seiten 292 - 295. Dort sind andere Bilder als hier abgedruckt. Mehr Informationen zum Buch finden Sie auf der Internet-Seite der Autorin, www.tanck.info.

Buchumschlag Salz der Erde - Licht der Welt: Evangelisch-Lutherische Kirche zwischen Trave und Elbe, von Dr. Claudia Tanck und Manfred Maronde, 2016

Den Innenraum deckt ein Kreuzrippengewölbe ab, und die neugotische Einrichtung mit der Westempore verleiht dem Raum einen einheitlichen Eindruck.